"Alexander Tietz"- PreistrÀger

PreistrÀger 2023

Laudatio auf Edith Guip-Cobilanschi

von Erwin Josef Ćąigla

Seit 1999 verleihen das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen (DFBB) und der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe“ Reschitza“ jĂ€hrlich den „Alexander Tietz“-Preis als höchste Auszeichnung der Banater Berglanddeutschen an Personen, die sich besonders auf kultureller, geschichtlicher oder schulischer Ebene fĂŒr das Banater Berglanddeutschtum eingesetzt haben. FĂŒr das Jahr 2023 haben die AufsichtsrĂ€te des DFBB und des Reschitzaer Kulturvereins am 9. Januar d.J., dem 125. Geburtstag des Preis-Namensgebers, beschlossen, diese besondere Ehrung der Deutschlehrerin Edith Guip-Cobilanschi zukommen zu lassen.

Wenn man heutzutage vom Banater Bergland spricht oder liest, dann kommt demjenigen, der sich als Kenner des heutigen Banater Berglands ausgibt, der Name Edith Guip-Cobilanschi ins GedĂ€chtnis, die unermĂŒdliche Lehrerin und Schriftstellerin, die ihr ganzes Wesen diesem Landstrich im SĂŒdwesten RumĂ€niens gewidmet hat und widmet.

Ohne das Banater Bergland wĂ€re Edith Guip-Cobilanschi nicht das, was sie ist; ohne sie wĂ€re das Banater Bergland viel, viel Ă€rmer! Das ist eine Tatsache, die nicht geleugnet werden kann. Sie schreibt ĂŒber die Natur und die wunderschönen, von Gott gesegneten Landschaften, die es hier gibt; sie beschreibt auch die Menschen, die hier ihr alltĂ€gliches Leben verbringen und Tag fĂŒr Tag ihren Fleiß und ihre Hingabe bei Schritt und Tritt der Umgebung vermitteln.

Edith Guip-Cobilanschi bringt PlĂ€tze und Orte in den Mittelpunkt, die das Leben prĂ€gen, aber auch Personen, die durch ihr ausdrĂŒckliches Charakterbild das widerspiegeln, was fĂŒr sie kennzeichnend ist: die Ernsthaftigkeit wie auch der Humor jedes einzelnen Individuums.

Wer ist eigentlich diese Edith Guip-Cobilanschi?
Sie wurde am 12. Juli 1937 in Ferdinandsberg (heute OĆŁelu Roßu), im Banater Bergland, im SĂŒdwesten RumĂ€niens, als Tochter des Casino-Wirten Michael Guip (aus Agnetheln in SiebenbĂŒrgen) und seiner Gattin Anna Franziska Guip (sie kam aus Wiener Neustadt - Niederösterreich) geboren.

Edith Guip besuchte die Grundschule, das Gymnasium und das Obergymnasium in Temeswar. Danach studierte sie Germanistik an der Temeswarer UniversitĂ€t (1956 - 1961) und gehörte zum ersten Jahrgang der dortigen Philologie-Hochschule. Nach 7 Jahren Amtszeit in Darowa, Reschitza und Mercydorf unterrichtete sie 29 Jahre an der 3-er Schule („Die Schule unter den Linden“) in Temeswar, die zum „W. Shakespeare“-Lyzeum erhoben wurde.

Edith Guip-Cobilanschi war Deutschlehrerin, die den I. Grad errang, war Schuldirektorin und Methodistin sowohl des Schulinspektorats als auch der Temeswarer Uni. Heute ist sie Rentnerin.

Sie schrieb vor 1990 fĂŒr die Schulseite des „Neuen Wegs“ und fĂŒr Lehrer-Literaturkreise. Nach der Wende schrieb sie fĂŒr die „Allgemeine Deutsche Zeitung fĂŒr RumĂ€nien“, „Banater Zeitung“ „Echo der Vortragsreihe“, fĂŒr die „HeimatblĂ€tter der Berglanddeutschen“, fĂŒr „Rot-Weiß-Rot“ (Magazin der Auslandsösterreicher) und betĂ€tigte sich als Mitglied des Literaturkreises „Stafette“ (Temeswar). Ihre ErzĂ€hlungen erschienen in den SammelbĂ€nden der „Stafette“, in „A Treia Europă“, „Lumi Ăźn destine“, „Timißoara Ăźntre parabolă ßi paradigmă“ u.a.

Als eigene BĂŒcher erschienen „Poesie des Banater Berglands. Gedichte und Prosa“ (Reschitza, 1999), „Dem Banat in tiefster Dankbarkeit“ (Temeswar, 2000), „Bekannte und unbekannte Banater“ (Temeswar, 2002), „Erinnerungen von frĂŒher und gestern“ (Temeswar, 2004), „Charakterbilder im Wandel der Zeit“ (Temeswar, 2006), „SĂŒĂŸes Heimweh, bitteres Fernweh“ (Reschitza, 2008), „În hora ielelor” (Reschitza, 2012 - in rumĂ€nischer Sprache), „Schulmeisterin im Osten, 1961 - 1998” (Temeswar, 2012), „Immer nur lĂ€cheln, niemals betrĂŒbt” (Temeswar, 2014), „Erinnerung - Du einzig bleibend Gut” (Temeswar, 2017) und „In der Tiefe der GefĂŒhle. Abendstrahlen einer Heimatdichterin” (Reschitza, 2017).

Edith Guip-Cobilanschi fĂŒhlt sich mit Leib und Seele Österreicherin. Sie bekam am 7. Oktober 2006 in Steierdorf im Banater Bergland vom damaligen Österreichischen Botschafter in Bukarest, Dr. Christian Zeileissen, das Goldene Ehrenzeichen fĂŒr Verdienste um die Republik Österreich ausgehĂ€ndigt. Sie ist auch TrĂ€gerin des Silbernen Ehrenzeichens der Marktgemeinde Neumarkt in der Steiermark. Das Banater Bergland hat sie fĂŒr ihre Heimatliteratur mit der Ehrenmitgliedschaft des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ (2000) ausgezeichnet.

Bis jetzt wurden mit dem „Alexander Tietz“-Preis folgende Persönlichkeiten geehrt: †Dr. Traute Kocmann-Lorinser aus Graz / Steiermark (1999), †Dipl.-Ing. Karl Ludwig Lupșiasca aus Reschitza (2000), Max Wratschgo aus Feldbach / Steiermark (2001), Univ.-Prof. Dr. Reinhold Reimann aus Graz / Steiermark (2002), †Heinz Stritzl aus Klagenfurt am Wörthersee / KĂ€rnten (2003), Alt-Landeshauptmann Waltraud Klasnic aus Graz / Steiermark (2004), Horst Martin aus Temeswar (2005), †Dr. Herwig Brandstetter aus Graz / Steiermark (2006), †Henriette Bacizan aus Steierdorf (2007), †Josef Barna aus Reschitza (2008), †Dipl.-Ök. Waldemar GĂŒnter König aus Reschitza (2009), die Schwestern †Sr. Gertrud Petschan, Sr. Katharina Pinzhoffer, Sr. Paulis Mohr und Sr. Hiltrud FrĂŒhholz aus Tirol / Königsgnad (2010), Erwin Josef Ćąigla aus Reschitza (2011), Univ.-Prof. Dr. Hans Stendl aus Bukarest (2012), Dipl.-Ing. Hugo Eduard Balazs aus Stuttgart / Deutschland (2013), Mag. Udo Peter Puschnig aus Klagenfurt am Wörthersee / KĂ€rnten (2014), †Univ.-Prof. Dr. Karl Singer aus Temeswar (2015), Elisabeth Thalhammer mit Dipl.-Ing. Gerhard Krajicek (beide aus Graz / Steiermark, 2016), Landeshauptmann Hermann SchĂŒtzenhöfer aus Graz / Steiermark (2017), †Anton FerenschĂŒtz aus Bielefeld (2018), Univ.-Prof. Dr. Rudolf GrĂ€f aus Reschitza / Klausenburg (2019), Ignaz Bernhard Fischer aus Temeswar (2020), Helene Rieser aus Bokschan (2021) und Dipl.-Ing. Anton Schulz (2022).

Wir gratulieren herzlichst Edith Guip-Cobilanschi fĂŒr die heute vom Demokratischen Forum der Banater Berglanddeutschen und vom Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ erhaltene höchste Auszeichnung der Banater Berglanddeutschen, den „Alexander Tietz“-Preis fĂŒr das Jahr 2023 und wĂŒnschen ihr Gesundheit und viele Erfolge in ihrer so ehrenvollen Arbeit im Dienste der Banater Berglanddeutschen!