Die EnthĂŒllung und ökumenische Segnung des Grabmals der unbekannten, im Herbst 1944 im Almaschtal gefallenen Soldaten in Bosowitsch fand innerhalb der XVI. Auflage der âDeutschen Kulturdekade im Banater Berglandâ statt. Um die GröĂe der Veranstaltung zu beschreiben, hier einige Einzelheiten zum Verlauf des Geschehens:
- AnkĂŒndigungssignal: Blasmusik âPro AmiciĆŁiaâ Temeswar;
- StaatssekretĂ€r Ion Ioan (RumĂ€nisches Verteidigungsministerium) begrĂŒĂte die Ehrengarde;
- Es sprachen: Aurel Miclea, BĂŒrgermeister von Bosowitsch, und Kurator Dr. Herwig Brandstetter, Initiator und Errichter des Grabmals seitens des Ăsterreichischen Schwarzen Kreuzes, KriegsgrĂ€berfĂŒrsorge (ĂSK) - LandesgeschĂ€ftsstelle Steiermark;
- Es wurden mehreren Persönlichkeiten aus dem Banater Bergland ĂSK-Auszeichnungen ĂŒberreicht;
- Europahymne: Blasmusik âPro AmiciĆŁiaâ Temeswar;
- RumĂ€nische Gedenkansprache von StaatssekretĂ€r Ion Ioan, anschlieĂend rumĂ€nische Hymne (Blasmusik âPro AmiciĆŁiaâ Temeswar) mit TafelenthĂŒllung durch StaatssekretĂ€r Ion Ioan und Kreisratsvorsitzenden Dr. Ing. Sorin FrunzÄverde;
- Russische Gedenkansprache von Oberstleutnant Sergej Malychin, stellvertretender MilitĂ€rattachĂ© der Botschaft der Russischen Föderation in Bukarest, anschlieĂend russische Hymne (Blasmusik âPro AmiciĆŁiaâ Temeswar) mit TafelenthĂŒllung durch Oberstleutnant Malychin;
- Deutsche Gedenkansprache von Joachim Franke, MilitĂ€rattachĂ© der Bundesrepublik Deutschland in RumĂ€nien, anschlieĂend deutsche Hymne (Artillerie-Traditionskapelle âVon der Groebenâ aus Feldbach / Steiermark) mit TafelenthĂŒllung durch MilitĂ€rattachĂ© Joachim Franke und Konsul Rolf Maruhn, Deutsches Konsulat Temeswar;
- Deutsche Gedenkansprache von Dr. Christian Zeileissen, Botschafter der Republik Ăsterreich in Bukarest, anschlieĂend österreichische Hymne (Artillerie-Traditionskapelle âVon der Groebenâ aus Feldbach / Steiermark) mit TafelenthĂŒllung durch Botschafter Dr. Christian Zeileissen und Kurator Dr. Herwig Brandstetter;
- Segnung durch fĂŒnf Religionsgemeinschaften: Bischof Lucian Mic (RumĂ€nisch-orthodoxes Bistum Karansebesch), Msgr. LĂĄszlĂł Böcskei (damals Generalvikar der römisch-katholischen Diözese Temeswar, heute Diözesanbischof von GroĂwardein), Pastor Nicolae Radomir (Baptistische Gemeinde), Pfarrer Egon Wonner (Evangelische Kirche A.B. Reschitza) und Pastor Makay Botond (Reformierte Kirche Reschitza);
- Es folgten die Kranzniederlegungen unter den KlĂ€ngen von âIch hattâ einen Kameradenâ (Artillerie-Traditionskapelle âVon der Groebenâ aus Feldbach / Steiermark) und der rumĂ€nischen Heldenhymne (rumĂ€nisch-orthodoxer Kirchenchor aus Bosowitsch);
- Die Artillerie-Traditionskapelle âVon der Groebenâ aus Feldbach / Steiermark spielte sodann die Landeshymne der Steiermark;
- Nach der Aufstellung der AutoritĂ€ten und der weiteren Offiziellen marschierten die Ehrengarde und die Blasmusik âPro AmiciĆŁiaâ aus Temeswar vorbei;
- Moderiert wurde die gesamte Veranstaltung im Zentrum von Bosowitsch von ĂSK-Kurator Oberst i.R. Wolfgang F. J. Wildberger und von Dipl.-Ing. Christian Paul Chioncel, stellv. Vorsitzender des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen;
- An den Festlichkeiten in Bosowitsch haben 110 GĂ€ste des Ăsterreichischen Schwarzen Kreuzes, KriegsgrĂ€berfĂŒrsorge - LandesgeschĂ€ftsstelle Steiermark, teilgenommen. Hauptveranstalter dieser einmaligen Reise ins Banater Bergland waren ĂSK-Kurator Dr. Herwig Brandstetter und ĂSK-Kurator Vizeleutnant i.R. Peter BĂ€rnthaler. Innerhalb der starken ĂSK-Delegation haben sich an den Festlichkeiten folgende GĂ€ste beteiligt: aus Ăsterreich, von der âKronenzeitungâ Wien, Mag. Eva Schweighofer; aus Deutschland, Gerd Stolz (Kiel, ĂSK-Beauftragter fĂŒr Schleswig-Holstein und DĂ€nemark), Hauptmann Manfred Stolz (Bornhöved / Schleswig-Holstein, Bundeswehrbeauftragter des Volksbundes Deutsche KriegsgrĂ€berfĂŒrsorge), beide Herren auch Vorstandsmitglieder des VDK - Landesverbandes Schleswig-Holstein (VDK = Volksbund Deutsche KriegsgrĂ€berfĂŒrsorge, mit dem Sitz in Kassel), Stabsbootsmann der Bundesmarine Michael Kanotscher (Kiel), Stabsfeldwebel Werner Lembke (Kiel); aus Italien, Rag. Giuseppe Vardanega (Possagno); aus der Schweiz, Gerhard Hernach (Dietikon); aus Slowenien, Veronika Haring (Marburg an der Drau = Maribor); aus den USA, Salko Nazecic (Sarasota, Florida). Der Ă€lteste Teilnehmer, Alois Gschwind, Ligist, Steiermark, war 91 1/2 Jahre alt (geboren am 22. Februar 1915);
- Als GĂ€ste der deutschen Volksgruppe im Banater Bergland haben teilgenommen: aus Serbien, Stanko Spasojevic (Vorsitzender des Deutschen Vereins in WeiĂkirchen = Bela Crkva), Walter Vincze seitens des Heimatverbands der Banater Berglanddeutschen in MĂŒnchen, Prof. Dr. Karl Singer, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat, und Andreas Graf von Bardeau, österreichischer GroĂinvestor im Banater Bergland;
- Von rumĂ€nischer Seite waren noch anwesend der Senator Ovidiu RÄdoi (National-Liberale Partei), Doru Ursu, UnterprĂ€fekt des Kreises Karasch-Severin, Dumitru TilicÄ PĂąrvulescu, stellv. Kreisratsvorsitzender Karasch-Severin, mehrere BĂŒrgermeister und VizebĂŒrgermeister aus dem Kreis Karasch-Severin, Vertreter der deutschen Volksgruppe mehrerer Ortsforen, Vertreter von TV, Rundfunk und der Presse.
Das Projekt in Bosowitsch ging aber weiter. Es folgten im Jahre 2007 die Errichtung einer GedenkstĂ€tte betitelt âBosowitsch IIâ und die Anbringung einer Gedenktafel an der Schule in Bosowitsch, betitelt âBosowitsch IIIâ. Offen blieb noch die Errichtung einer GedenkstĂ€tte in der NĂ€he des Gartens des Hauses Nr. 11 an der LandstraĂe Bosowitsch - Steierdorf, wo 2014, im FrĂŒhsommer, eine GrabstĂ€tte in Form eines Findlings errichtet wurde, âBosowitsch IVâ.
Auf der Tafel âBosowitsch IIâ steht folgendes: âHier ruhen vier Soldaten der Deutschen Wehrmacht, die bei den KĂ€mpfen im Almaschtal im September 1944 gefallen sind: Franz Böhnlein (16.12.1910 - 19.09.1944), Manfred Dorn (15.10.1916 - 23.09.1944), Eugen Hedrich (26. 08. 1914 - 23. 09. 1944), Erich Sonnberg (31.08.1922 - 25.09.1944)â. Auf der Tafel âBosowitsch IIIâ ist zu lesen: âHier ruhen fĂŒnf Soldaten der Deutschen Wehrmacht, die bei den KĂ€mpfen im Almaschtal im September 1944 gefallen sind: Heinz Drees (27.12.1914 - 29.09.1944), Herbert Herold (1.09.1916 - 29.09.1944), Friedrich Jokisch (11.08.1921 - 29.09.1944), Johann Staudigl (11.04.1915 - 29.09.1944), Heinz Stolzenberg (28.01.1921 - 29.09.1944)â. Auf der Tafel âBosowitsch IVâ steht folgendes: âHier in der NĂ€he ruhen fĂŒnfzehn Soldaten der deutschen Wehrmacht, die bei den KĂ€mpfen im Almaschtal im September 1944 gefallen sind: Paul Berka (2.09.1914 - 27.09.1944), August Bollhorst (23.09.1912 - 27.09.1944), Johann Falk (? - 27.09.1944), Wilhelm Hase (20.01.1921 - 28.09.1944), Bruno Haucke (11.07.1909 - 28.09.1944), Hubert Markus (17.07.1922 - 28.09.1944), Heinz Oehlmann (24.05.1908 - 27.09.1944), Hans Petry (2.06.1923 - 28.09.1944), Hermann Rogowski (18.02.1908 - 28.09.1944), Albert Rommeis (5.03.1908 - 28.09.1944), Berthold Sagrauske (26.07.1916 - 28.09.1944), Erich Senz (22.09.1907 - 28.09.1944), Wilhelm Schrader (7.11.1924 - 28.09.1944), Willi Schulze (25.11.1918 - 28.09.1944), Arno Zilcher (2.04.1921 - 27.09.1944) sowie zwei weitere unbekannte Soldaten der deutschen Wehrmacht, die ebenfalls Ende September 1944 gefallen sindâ.
All diese Initiativen gehören ebenfalls Kurator Dr. Herwig Brandstetter seitens des Ăsterreichischen Schwarzen Kreuzes, KriegsgrĂ€berfĂŒrsorge - LandesgeschĂ€ftsstelle Steiermark, mit UnterstĂŒtzung von Sandor Balogh und Gerhard Chwoika, beide aus Reschitza.
Am 23. Juni 2014 fanden in Bosowitsch Gedenkveranstaltungen zu hundert Jahren seit dem Beginn des Ersten Weltkrieges statt. Man besuchte die StĂ€tten, an welchen in den KĂ€mpfen im September 1944 Gefallene liegen. Erster Ort einer Kranzniederlegung und des Gedenkens mit kurzer Ansprache und Gebeten, vom römisch-katholischen Pfarrer von Anina - Steierdorf, Martin JĂ€ger (er ist zustĂ€ndig u.a. auch fĂŒr die Katholiken aus Bosowitsch, heutzutage in der Mehrzahl Mitglieder der tschechischen Minderheit), gesprochen, war am im Zentralpark der GroĂgemeinde am 8. Oktober 2006 enthĂŒllten Grabmal der unbekannten Soldaten in Bosowitsch. Dieses erinnert an die vielen im Herbst 1944 im Almaschtal gefallenen Soldaten RumĂ€niens, der Roten Armee und der Deutschen Wehrmacht. Das nĂ€chste Gedenken mit Beteiligung der kleinen Abordnung aus Reschitza und mit Pfr. Martin JĂ€ger fand am Denkmal fĂŒr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges an der Ausfahrt aus Bosowitsch Richtung IablaniÈa statt. Auf einer Marmortafel wird man an die 818 Gefallenen des Ersten Weltkrieges im gesamten Almaschtal (rum. Èara AlmÄjului) erinnert. Weiter wurden im römisch-katholischen Friedhof am so genannten Grabmal âBosowitsch IIâ ein Kranz niedergelegt und Gebete gesprochen. Zum Schluss kam man beim Grabmal âBosowitsch IVâ an, das in der Vorwoche des Gedenkens fertiggestellt wurde. Dieses befindet sich in der NĂ€he des Gartens des Hauses Nr. 11 an der LandstraĂe Bosowitsch - Steierdorf. Das Grabmal wurde zum ersten Mal eingesegnet, dies durch Pfr. Martin JĂ€ger.
Ab dem Volkstrauertag am 18. November 2007 bis 2012 kam der Konsul der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar oder sein Vertreter alle zwei Jahre nach Bosowitsch, um einen Blumenkranz am Grabmal im Zentrum der Gemeinde niederzulegen. Seit 2013 geschieht das ab und zu, das letzte Mal am 24. November 2015.