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Gedichte zum Thema Russlanddeportation
Sehnsucht
von Olga Ţeicu (Deutsch-Saska)
Du gingst in die Welt hinaus
Und baust dir selbst dein Nest,
Doch immer wieder ziehtâs dich ins Elternhaus,
Mit treuer Liebe hĂ€lst duâs im Herzen fest.
Wenn FrĂŒhlingszauber in den LĂŒften liegt
Und die Vöglein singen ihre Lieder,
Deine Sehnsucht dich wieder HeimwÀrts zieht
Zu atmen Heimatluft, zu pflĂŒcken Heimatflieder.
Wenn der Sommer lockt und lacht
Und alles eilt am Meeresstrand,
Deine Sehnsucht wieder auferweckt
Nach deinem schönen Heimatland.
Wenn WinterstĂŒrme fegen ĂŒbers Land
Und es naht die liebe Weihnachtszeit,
Deine Sehnsucht nimmt dich wieder bei der Hand
Nach Hause eilst du von noch so weit.
Immer wieder ziehtâs dich ins alte Nest,
Dort wo deine Wiege stand.
In treuer Liebe hÀlst du fest
An deinem lieben, schönen Heimatland.
Den Berglanddeutschen Opfer der Zwangsarbeit in Russland
von Dipl.-Ing. Julius Anton Baumann (Wien)
TrÀgt Dich, mein Landesmann, Dein Heimweh ins Erzland der Donau-Karpaten,
Wandere zur Bergstadt Reschitz beim Eisernen Tor,
Siehe, hierselbst und bewahrt vor dem Dröhnen des formenden Walzwerks,
Stehet im Karascher Hain Dein mahnendes Mal,
Unseren Opfern der Russlandverschleppung in Erfuhrt errichtet,
KĂŒndend ihr Streben an Hunger, in MĂŒhsal und Not!
Nirgend im weiten Osten bezeugt ein moderndes Grabkreuz
Wo Dein Verwandter vergessen und namenlos ruht.
âKehrten wir heim einstâ, gelobten die Freunde, âwir wĂŒrden den Toten
Eine gemeinsame Heimstatt als Denkmal erbaun!â
Dauerhaft sind das granitne Gestein wie die bronzenen Tafeln,
Ewighin ehrend die Opfer unseres Volks!
Landsmann, gewahrst Du dies Mal, es gedenkt auch der Deinen,
Neigâ und entblöĂe in stiller Andacht Dein Haupt!
Russlandverschleppung
von Irene Bereznyak (Reschitza)
Als hier die Verschleppung war
waren die Deutschen in Gefahr!
Und man hatâs auch wahr gemacht,
bis Russland hat man sie gebracht.
Sie haben dort schweres mitgemacht,
durch Hunger hat man sie umgebracht.
Auf den Beinen konnten sie nicht mehr stehen,
doch zur Arbeit mussten sie gehen.
Zu einâ Skelett sind sie geworden
und sehr viele sind dort gestorben
bei minus 50 Grade KĂ€lte,
als abgemagerte Skelette.
Ihre schönsten Jahre sind hinter Stacheldraht geblieben,
ins Paradies, wo man sie hat hingetrieben.
Das Schwere was sie dort mitgemacht,
hat viele nicht mehr Heim gebracht.
Auch Jugend, noch Kinder, kann man sagen,
man hat sie nach Russland getragen,
Hunger, KĂ€lte, Krankheit, Heimweh,
das war der schwere Leidensweg.
Das war alles gut durchgedacht,
warum nur Deutsche man dort hingebracht.
Damit sie dort zugrunde gehn
und ihre Heimat nie wiedersehn!
ie kleine EntschÀdigung die sie jetzt bekommen,
tut man ihnen nicht vergönnen.
Soviel kann man ihnen gar nicht geben
was sie dort Schweres mussten erleben.
5 Jahre nach Beresowsk deportiert
von Johann Rausch (Reschitza)
Weit in Russland, im nordöstlichen Ural
steht ein groĂes Lager schon bereit,
UmzÀunt mit Stacheldraht und hohem Bretterzaun,
Achtzehnnulleins (1801) genannt.
Dorthin hat man Menschen aus dem Banater Bergland
Zu schwerster schÀdlichsten und gröbsten Arbeit,
bei grimmiger KĂ€lte, in Lumpen gekleidet, hingebracht.
Wir waren auch dabei und man hat uns fĂŒnf Jahre bewacht,
weil wir Deutsche waren.
Nach Russland deportiert!
Reschitza / RumÀnien, 1945
von Olga Schuch (Reschitza)
Im JĂ€nner war es, es fing an zu schneien,
Vom Himmel wirbelten die Flocken.
Da war das Tal voll Jammer, Klagen, Schreien,
Nur selten blieb ein Auge trocken.
Herausgerissen hat man sie von Haus und Herd,
Verbrechern gleich, gestoĂen wie die Rinder.
O, Menschenrecht auf dieser Erdâ!
Man trennte Sie von Eltern, kleine Kinder.
Und dann begann die lange Reise,
In Viehwaggone schob man sie hinein.
Die waren eisig, voller LĂ€use,
Ganz dunkel, ohne Sonnenschein.
Sie zogen fort mit wunden, wehen Herzen
Und einer kalten fremden Welt entgegen,
Es harrte ihrer Hunger, Hass und Schmerzen,
Ein traurigâ, nie gekanntes Leben.
Die Heimat hatten sie verloren,
Was ihnen teuer, lieĂen sie zurĂŒck,
Weil sie als Deutsche dort geboren
War ihr VerhĂ€ngnis, ihr UnglĂŒck!
Und ohne Schuld mussten sie bĂŒĂen,
Den Spott, der WillkĂŒr preisgegeben.
Von Frost erstarrt an Leib und FĂŒĂen,
Vielâ tausend liesen dort ihr Leben.
Von heiĂer Sehnsucht innerlich verzehrt,
So starben sie, fast halbe Kinder, MĂ€nner, Frauen.
Noch einmal hatten sie begehrt,
Die lieben und das Heimatland zu schauen.
Man warf sie nackt ins Loch hinein,
Verscharrte sie wie einen Hund.
Keine Blume blĂŒht im Sonnenschein
Auf ihrer HĂŒgel harten Grund.
In Russlands unendlichen Weiten
Vermodern ihre armen Knochen.
Von all den unmenschlichen Leiden
Sind sie an Leib und Herz gebrochen.
Und wenn der Hölle auch entronnen,
So viele siechten hin daheim,
Ein neues Leid hatte begonnen,
In ihnen war der Krankheit Keim.
Tyrannen haben sie gezwungen
Zu schwerer Arbeit, mit wenig Brot.
Im Grubenstaub versteinten ihre Lungen,
Ein grausam, schleichend sichârer Tod.
Die Qualen kann mann nicht ermessen,
Die sie gelitten, still ergeben.
Und niemals wird man das vergessen,
Solange pulst in uns das Leben!
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